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Sonntag, 17. November

16:30 Uhr/K2
  Klangradar 3000  

Schüler der Heinrich-Hertz-Schule (Musikkurs 11) haben mit dem Komponisten Johannes Harneit eine eigene Komposition erarbeitet, die sie im Rahmen des Festivals präsentieren. Als Inspirationsquelle diente ihnen »Alax« von Iannis Xenakis, das um 19:30 Uhr vom SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg gespielt wird.
Eintritt frei

17:30 Uhr/P1
  LOCAL HEROES  
Burkhard Friedrich »Città Utopica«

John Eckhardt Kontrabass
Adrian Pereyra E-Gitarre
Burkhard Friedrich Live-Elektronik
Alexander Schubert Sound-Design
Kurt Hörbst Video

Burkhard Friedrich: Città Utopica

Aus Bildern und Musik schafft Burkhard Friedrich Installationen, die den Besucher mit großen Fragen in den Alltag entlassen. Was ist Wirklichkeit, was Abbild? Was ist Vergangenheit, was ist Zukunft? In »Città Utopica« war es eine futuristische Industrieanlage, die Friedrich zu einem elektronischen Soundtrack und Kurt Hörbst zum dazugehörigen Video inspirierte.

Veranstaltungsdetails

Local Heroes: Die Hamburger Szene lebt! In diesem Format präsentieren sich Komponisten und Klangkünstler, Musiker und Performer.

Burkhard Friedrich studierte Komposition und Musikpädagogik in Lübeck und Stuttgart sowie klassisches Saxophon in Berlin. Seine experimentellen Musiktheater und Konzertinstallationen wurden und werden auf Festivals in Berlin, Hamburg, Wien, u.a. aufgeführt, seine Kammermusikwerke finden sich im Repertoire bekannter Ensembles, wie beispielsweise dem »RADAR-Ensemble«, »Ensemble Decoder« oder »Phoenix«. Burkhard Friedrich ist Gründer des »ensemble Intègrales« und war zwischen 1994 und 2011 Künstlerischer Leiter und Saxophonist des Ensembles. Seit 2000 ist Friedrich Künstlerischer Leiter des Kompositionsprojektes »Klangradar 3000« und hält Seminare und Workshops zum Thema »Kompositionspädagogik« auf internationalen Kongressen wie beispielsweise dem 12. »World Congress« der »International Society for Music Education« 2014 in Brasilien oder »MusicLearningLive!Asia« 2013 in Singapur.

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Burkhard Friedrich

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Città Utopica

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John Eckardt, Kontrabass

19 Uhr/K2
   MITMACHAKTION  
György Ligeti: Poème symphonique / Musikalisches Zeremoniell für 100 Metronome

Neue Musik tickt nicht ganz richtig! Ganze 100 Metronome werden in György Ligetis »Poème symphonique« aufgeboten, und jedes hat sein eigenes Tempo. Zusammen ergeben sie ein herrliches, streng organisiertes Chaos.
Keine Vorkenntnisse erforderlich. Metronome sind vorhanden
Anmeldung unter: kompass@elbphilharmonie.de

Veranstaltungsdetails

Mitmachaktion: Zuhören ist gut, Mitmachen ist besser. Nach dieser Devise können Sie spontan bei zwei verblüffenden Werken von Ligeti und Kagel mitwirken.
19:30 Uhr/K6
  Georg Friedrich Haas  
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Klaus Steffes-Holländer Klavier
Pi-Hsien Chen Klavier
Florian Hoelscher Klavier
Julia Vogelsänger Klavier
Akiko Okabe Klavier
Christoph Grund Klavier
Dirigent François-Xavier Roth

Iannis Xenakis: Alax
Georg Friedrich Haas: limited approximations (Konzert für 6 Klaviere im Zwölfteltonabstand und Orchester)
Igor Strawinsky: Le Sacre du printemps / Bilder aus dem heidnischen Russland

Dass sich selbst im (scheinbaren) Chaos ungeahnte Formen und Strukturen verbergen, ist eine der Grunderfahrungen mit modernen Klängen. Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, das als weltweit wichtigstes Orchester für Neue Musik gilt und demnächst totfusioniert werden soll, bringt drei Beispiele auf die Bühne: In Iannis Xenakis »Alax« spannen drei im Raum verteilte Gruppen einen komplexen mehrdimensionalen Klangraum auf. In Georg Friedrich Haas’ »limited approximations« erschaffen sechs mikrotonal gestimmte Klaviere eine Musik, für die uns noch alle Begriffe fehlen. Und Igor Strawinskys »Sacre« schildert das explosionsartig aufbrechende Leben im Frühling – und löste mit der Uraufführung 1913 eine  Schockwelle aus, die bis heute belebend durch unsere Konzertsäle läuft.

Veranstaltungsdetails

»Ich habe kein Vertrauen in Beziehungen, die sich nur durch den Notentext und nicht durch die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung erschließen.« Bei allen Kontrasten, die man in der Musik des 1953 geborenen und preisgekrönten österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas ausmachen kann, gibt es eine Klammer, die sein kompositorisches Denken bestimmt: Der sinnliche Reiz des lebendigen Instrumentalklangs steht stets im Mittelpunkt. Seine mikrotonale Komposition »limited approximations« etwa verwendet sechs Klaviere, gestimmt im Zwölfteltonabstand. Das klangliche Resultat: reizvolle Schwebungen, die sich wie Gewitterwolken zusammenballen und über dem Hörer entladen können. Georg Friedrich Haas wurde mit zahlreichen Kompositionspreisen sowie 2007 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet und zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten.

Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg gibt immer neuen Bewegungen, Gästen und Musikstücken Raum: 2010/11, die Abschiedssaison des langjährigen Chefdirigenten Sylvain Cambreling, gipfelte in einem Gastspiel am Madrider Teatro Real in der Inszenierung von Olivier Messiaens Oper »Saint François d’Assise«. Für internationales Aufsehen sorgte die Donaueschinger Uraufführung von Georg Friedrich Haas’ »limited approximations«. Seit ihrer Neu-Gründung im Jahr 1950 sind die Donaueschinger Musiktage und das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg untrennbar miteinander verbunden. Etwa 400 Kompositionen wurden dort durch das Orchester uraufgeführt. Im Zentrum der europäischen Kultur steht das Orchester jedoch nicht nur in Bezug auf die zeitgenössische Musik. Seit seiner Gründung 1946 ist das SWR Sinfonieorchester Anziehungspunkt für internationale Dirigenten und Solisten und auch musikalischer Botschafter im In- und Ausland, zwischen Salzburg und Luzern, Hamburg und Madrid, Berlin und New York. Über 600 Werke aus drei Jahrhunderten hat das SWR Sinfonieorchester eingespielt. Motoren dieser vielfältigen Aktivitäten waren und sind die profilierten Chefdirigenten von Hans Rosbaud über Ernest Bour und Michael Gielen bis zu Sylvain Cambreling und François-Xavier Roth, der das Orchester seit September 2011 leitet.

François-Xavier Roth (c) Marco Borggreve

François-Xavier Roth (c) Marco Borggreve

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

22 Uhr/KMH
  ePhil unplugged  
Ondes Martenot & Wellenfeldsynthese

Nathalie Forget Ondes Martenot
Fuminori Tanada
Klavier

»Ondes Martenot«
Michaël Levinas: Froissements d’ailes
Gilles Gobeil: Voix Blanche
Edgard Varèse: Density 21,5
Tristan Murail: Tigres de verre
Olivier Messiaen: Deux monodies en ¼ de tons
André Jolivet: Hymne à Saint-André
Yassen Vodenitcharov: Pièce cinétique
Judit Ring: Flux, jeux de baque
Olivier Messiaen: Oraison

»Wellenfeldsynthese«
KK Null: Cryptozoon redux
Hans Tutschku: Rituale

Die Ondes Martenot brachte 1928 Leben und Ausdruck in die elektronische Klangerzeugung. Ihr Entwickler Maurice Martenot war auch Cellist; er entwickelte einen Synthesizer mit Möglichkeiten, die kein Streicher missen mag: Schmachtende Glissandi von Note zu Note und ein den Ton belebendes Vibrato.

Im Anschluss kommt die Wellenfeldsynthese zum Einsatz, die auch als Dauer-Installation auf dem Festivalgelände zu erleben ist und Schallquellen mit Hilfe von mehreren Hundert Lautsprechern im Raum simuliert.

Veranstaltungsdetails

ePhil unplugged: Seit drei Jahren gibt es ePhil, die Reihe für aktuelle elektronische Musik im Körberforum. Mit »ePhil unplugged wirft sie nun einen konzertanten Blick in die Pionierzeit elektronischer Musikinstrumente.

Nathalie Forget, Gewinnerin des ersten Preises für Ondes Martenot am Konservatorium in Paris, war mit diesem außergewöhnlichen Instrument bei zahlreichen renommierten Festivals und Veranstaltungen zu Gast, darunter die BBC Proms, das Kuhmo Chamber Music Festival in Finnland, das Festival Messiaen au pays de La Meije, das Holland Festival, die Biennale in Bern und das Paris Autumn Festival. Sie tritt in unterschiedlichsten Formationen auf, u.a. im Ondes Martenot-Sextett, im Duo mit dem Pianisten Matthew Schellhorn (Wavetrain), aber auch mit Orchesterbegleitung unter Dirigenten wie Peter Rundel, Ilan Volkov, Hans Zender, Sylvain Cambreling, Reinbert de Leeuw, Pierre Boulez und Myung-Whun Chung. Sie arbeitet mit dem Ensemble Itineraire, der London Sinfonietta, dem NDR Sinfonieorchester, dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, dem Orchester und Chor der Lissaboner Gulbenkian Foundation und dem BBC Scottish Symphony Orchestra zusammen. Nach Beendigung ihres Masters in Musikphilosophie schreibt sie aktuell ihre Doktorarbeit im Fach Kunst. Parallel arbeitet sie an verschiedenen künstlerischen Projekten zum Thema Utopie, die das Ondes Martenot mit Fotografie, Performance und Installationskunst verbinden. Bei ihrem »Greatest Hits«-Abschlusskonzert mit Werken von Michael Levinas, Judith Ring, Edgard Varese, Olivier Messiaen und anderen wird Nathalie Forget am Klavier von Fuminori Tanada begleitet. Der japanische Komponist und Pianist wurde 1961 in Okoyama geboren und ist – neben seiner regen Kompositionstätigkeit u.a. für Solisten der Berliner Philharmoniker, auch Mitglied des Ensemble Itineraire.

Wie auch das Theremin beruht das 1923 von Maurice Martenot erfundene Ondes Martenot (frz. für »Martenot-Wellen«) auf dem Prinzip des Schwebungssummers. Das elektronische Tasteninstrument, dessen Tonumfang über sieben Oktaven reicht, wird mit der rechten Hand über ein Manual oder mittels eines Rings gespielt, während mit der linken Hand Dynamik und Klangfarbe gesteuert werden. Erstmals kam es 1923 in Olivier Messiaens Oper »Saint François d’Assise« in Paris zum Einsatz. Von da an hielt es weiter Einzug in die Kunstmusik (u.a. Ravel, Varèse, Honegger), wurde für verschiedene Filmmusiken verwendet (»Ghostbusters«, »Lawrence von Arabien«, »Die fabelhafte Welt der Amelie« u.a.) und fand schließlich seinen Weg in Rock und Pop – so z.B. in  Songs von Brian Ferry und der britischen Band Radiohead.

Nathalie Forget

Nathalie Forget (c) Patrice Lahaye

Nathalie Forget

Fuminori Tanada (c) Jean-Loup Graton

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