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Samstag, 16. November

16:30 Uhr/P1
  LOCAL HEROES  
Stefan Weinzierl

Stefan Weinzierl Multi-Percussion
Daniel Dominguez Teruel Audio-visuelle Projektionen

»… as time goes by…«
Sascha Lemke: 3_takt_zylinder
Martin von Frantzius: marimba sidetracks
Michio Kitazume: Side by Side
Konstantina Orlandatou: Constant Flowing
Jacob Sello: Licht und Hiebe

Simples Auf-die-Pauke-hauen ist von gestern, der Hamburger Perkussionist Stefan Weinzierl erkundet in seiner multimedialen Performance »…as time goes by…« die Zukunft des Schlagzeugs. In Jacob Sellos »Licht und Hiebe« etwa wird aus dem Fell einer guten, alten Kesselpauke ein interaktiver Touchscreen, über den Klangsamples und Beleuchtung gesteuert werden.

Veranstaltungsdetails

Local Heroes: Die Hamburger Szene lebt! In diesem Format präsentieren sich Komponisten und Klangkünstler, Musiker und Performer.

Stefan Weinzierl denkt ungern in Schubladen. So sucht der Schlagzeuger und Multi-Perkussionist stets nach spannenden Herausforderungen jenseits aller Gattungs- und Genregrenzen. Mit der Aufnahme seines künstlerischen Schlagzeugstudiums an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Master of Music 2010) begann er, sich vertieft der Schlagzeug-Sololiteratur und der zeitgenössischen Kammermusik zu widmen. Insbesondere multimediale Kompositionen und Klangkonzepte sollten zunehmend zum Herzstück seiner künstlerischen Laufbahn werden. Auf der Suche nach neuen musikalischen Ausdrucksformen entwickelte er in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Komponisten neue Konzertformate, die das Interesse von nationalen und internationalen Musikfestivals weckten. So gastierte er u.a. bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, auf dem enter 4th festival Prag, dem Festival international des musiques d’aujourd’hui Strasbourg, dem next generation Festival (Karlsruhe), der NIME 2011 in Oslo und spielte regelmäßig auf den Hamburger Klangwerktagen. Das Projekt »Der Hexenkessel« führte ihn 2011 auf die Guthman Musical Instrument Competition nach Atlanta, USA. Die Performance »Licht und Hiebe« (Jacob Sello) wurde mit dem Jury-Sonderpreis ausgezeichnet. Stefan Weinzierl ist ein gefragter Dozent für Schlagzeug-, Perkussions- und musikpädagogische Workshops und Projekte. Er arbeitete zuletzt mit dem Kulturforum 21 zusammen und ist Dozent bei BeatObsession, einem Musikvermittlungsprojekt der Elbphilharmonie.

Stefan Weinzierl (c) Namoo Kim

Stefan Weinzierl (c) Namoo Kim

Martin von Frantzius (c) Namoo Kim

Martin von Frantzius (c) Namoo Kim

Jacob Sello

Jacob Sello

Konstantina Orlandatou (c) Thorsten Kollmer

Konstantina Orlandatou (c) Thorsten Kollmer

Dominguez Daniel Foto George Williams

Daniel Dominguez Teruel (c) George Williams

18 Uhr/K2
  ENSEMBLE – GESELLSCHAFT  
ensemble recherche • Das Neue Ensemble • Ensemble Resonanz

ensemble recherche
Martin Fahlenbock Flöte
Jaime González Oboe
Shizuyo Oka Klarinette
Melise Mellinger Violine
Barbara Maurer Viola
Åsa Åkerberg Violoncello
Klaus Steffes-Holländer Klavier
Christian Dierstein Schlagzeug

Das Neue Ensemble
Brigitte Sauer
Flöte
Udo Grimm
Klarinette
Ermis Theodorakis
Klavier
Josje ter Haar
Violine
Reynard Rott
Violoncello
Dirigent Stephan Meier

Ensemble Resonanz
Dirigent Hermann Bäumer

»Liebeslieder« (ensemble recherche)
Lucia Ronchetti: Rosso pompeiano / Scherzo for ensemble
Hans Abrahamsen: Liebeslied
Carola Bauckholt: Liebeslied
Enno Poppe: Schweiß
Johannes Schöllhorn: chanson
Chaya Czernowin: Lovesong
Wolfgang Amadeus Mozart/Salvatore Sciarrino: Adagio für Glasharmonika KV 356 (617a)
Hans Zender: Alfabet (Kamasutra)
Jörg Widmann: Liebeslied

»Hundert Jahre Harmonie« (Das Neue Ensemble)
Jörg Widmann: Hundert Jahre Harmonie
Arnold Schönberg: Kammersymphonie Nr. 1 E-Dur op. 9
Gérard Grisey: Talea
Gijsbrecht Royé: (zonder titel) (2003) voor kwintet

»Heimat Streichquartett« (Ensemble Resonanz)
Anton Webern: Fünf Sätze für Streichquartett op. 5
Mauro Lanza: Der Kampf zwischen Karneval und Fasten
Enno Poppe: Wald

Neue Musik ist sexy; so zu erleben beim zweiten Abend von »Ensemble – Gesellschaft«. Um das Thema »Liebe« nicht den Schlagersängern zu überlassen, bat das Freiburger ensemble recherche zu seinem 25. Jubiläum befreundete Komponisten um etwas, was es in der Neuen Musik sonst nicht mehr gibt: Liebeslieder. Das Neue Ensemble aus Hannover setzte das Gründungsdokument der Moderne aufs Programm: Der Quartenakkord am Anfang von Schönbergs Kammersymphonie Nr. 1 läutete vor über 100 Jahren eine neue Epoche der Musik ein. Und auch das Ensemble Resonanz besinnt sich auf seine Wurzeln. Basis des gemeinsamen Musikmachens ist für die Hamburger das Zusammenspiel im Streichquartett.

Veranstaltungsdetails

Ensemble – Gesellschaft: Sechs deutsche Neue-Musik-Ensembles stellen sich – jeweils im Dreierpack – mit Programmphilosophien vor. In den Pausen stehen die Musiker zum persönlichen Gespräch bereit.

Die »Ensemble – Gesellschaft« ist ein Verbund von 6 Ensembles, die sich für Neue Musik einsetzen und diese pflegen. Wie ist Gegenwart in Musik zu hören? Wie gestalten Ensembles Gegenwart – und warum? Klingt die Musik von heute nur für Spezialisten? Diesen und anderen Fragen geht die »Ensemble – Gesellschaft« nach.  Zur »Ensemble – Gesellschaft« gehören:  Ensemble Resonanz (Hamburg), ensemble mosaik (Berlin), Das Neue Ensemble (Hannover), El Perro Andaluz (Dresden), ascolta (Stuttgart), ensemble recherche (Freiburg).

Das ensemble recherche macht Musikgeschichte: mit über 500 Uraufführungen seit der Gründung 1985 hat das Ensemble die Entwicklung der zeitgenössischen Kammer- und Ensemblemusik entscheidend mitgestaltet. Impulse setzen das Ensemble mit Konzerten, Musiktheater, Kursen für Komponisten und Instrumentalisten, Produktionen zum Hören und Sehen, mit Kinder- und Jugendklangprojekten, der »Klangpost« und der gemeinsam mit dem Freiburger Barockorchester veranstalteten Ensemble-Akademie Freiburg. Das neunköpfige Solistenensemble bestimmt mit seiner eigenen dramaturgischen Linie das internationale Musikleben mit. Im Repertoire sind Klassiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Impressionisten wie Expressionisten, Komponisten der Zweiten Wiener und der Darmstädter Schule, Spektralisten und experimentierfreudige Avantgardisten der Gegenwartskunst.

Das Neue Ensemble wurde 1993 von seinen Mitgliedern um den künstlerischen Leiter Stephan Meier gegründet. Seitdem haben sich die Hannoveraner einen Platz unter den international erfolgreichen Ensembles für zeitgenössische Musik erobert. So verbanden die »Gelben Klänge« im Sprengel Museum Hannover Musik und Bildende Künste, zur »Moonlight Serenade« erklangen Sternenkompositionen unter freiem Himmel, und ihr »DaDaBus« fuhr auf den Spuren von Kurt Schwitters. Auch mit Programmen für Kinder begeisterten sie neue Hörer. Ihre Abonnementreihe Mobile Musik hat sich ein breites Stammpublikum gewonnen. Das Neue Ensemble war u.a. Teilnehmer der Weltmusiktage, des Kulturprogramms des Deutschen Pavillons auf der Expo 2000 und zu Gast in Hamburg, München, Köln, Amsterdam, Riga und Krakau. Im Auftrag des WDR, des NDR, des br und des ORB hat es Produktionen für Rundfunk und CD eingespielt, und mit Komponisten wie Caspar Johannes Walter, Earle Brown, Wolfgang Rihm, Richard Rijnvos, Gijsbrecht Royé, Johannes Schöllhorn und Mark André zusammengearbeitet. Das Neue Ensemble hat zudem langjährige Erfahrung mit Gemeinschafts-Produktionen; 2003 tourte sein »Ensemble-Spiel« mit Nieuw Ensemble, Contrechamps und Muzyka Centrum durch Europa. Ab 2006 war es treibende Kraft für Musik 21 Niedersachsen. Zu seinem 20jährigen Jubiläum im August 2013 erschien die Buchveröffentlichung »Musik für heute« mit Beiträgen von Pierre Boulez, Wolfgang Rihm u. a. bei Wallstein in Göttingen.

Das Hamburger Ensemble Resonanz spannt den Bogen von Tradition zu Gegenwart und sucht den Kontrast und die Verbindung zwischen alten und zeitgenössischen Meistern. Mit Spielfreude und auf höchstem musikalischen Niveau widmet sich das Ensemble der Entwicklung neuen Streicherrepertoires und der eigenen und zeitgemäßen Interpretation großer Meister. So bildet das Ensemble die Schnittstelle zwischen Kammerorchester und Solistenensemble und ist auf den Bühnen der führenden europäischen Konzerthäuser ebenso vertreten wie auf Festivals für Neue Musik. Auf Konzertreisen nach Wien, Salzburg, Paris, Venedig, Amsterdam sowie von Indien über New York bis nach Mexiko lässt es ein begeistertes internationales Publikum zurück. Nach der intensiven Zusammenarbeit mit dem Ausnahmecellisten Jean-Guihen Queyras von 2010-2013 als Artist in Residence führt zur Saison 2013/2014 Tabea Zimmermann die Residency beim Ensemble Resonanz mit zahlreichen gemeinsamen Einstudierungen und Konzerten fort. Weitere Partner des Ensembles sind nicht nur namhafte Solisten und Dirigenten, sondern auch Medienkünstler, Regisseure sowie darstellende und bildende Künstler. In den letzten Jahren waren dies u.a. Beat Furrer, Fazil Say, Imre Kertész, Matthias Goerne, Roger Willemsen, Peter Rundel, Helmut Lachenmann, Rebecca Saunders, Reinhard Goebel und der RIAS Kammerchor.

ensemble recherche

ensemble recherche

Das Neue Ensemble

Das Neue Ensemble

Ensemble Resonanz (c) Tobias Schult

Ensemble Resonanz (c) Tobias Schult

21:30 Uhr/KMH
  ePhil unplugged  
Theremin & Wellenfeldsynthese

Carolina Eyck Theremin
Christopher Tarnow Klavier
Vinzenz Wieg E-Gitarre

»Theremin«
Joseph Schillinger: Melody aus der First Airphonic Suite
Joseph Schillinger: Mouvement électrique et pathétique
Bohuslav Martinů: Largo aus der Sonate Nr. 2 für Violoncello und Klavier
Christopher Tarnow: Sonate für Theremin und Klavier
Christopher Tarnow: Improvisation
Jan Bilk: Thetis

»Wellenfeldsynthese«
Karlheinz Stockhausen: Gesang der Jünglinge
John Chowning: Stria
György Ligeti: Artikulation
John Chowning: Turenas

Wer das Theremin hört, denkt unweigerlich an »Gefahr aus dem Weltall« oder »Mein Onkel vom Mars«. Für die Soundtracks früher Science-Fiction-Filme war dieses 1919 erfundene, elektrische Instrument absolut stilbildend. Zu erleben, wie Carolina Eyck völlig berührungslos nur mit der Bewegung ihrer Hände ein Magnetfeld manipuliert und Klang werden lässt, wirkt aber selbst heute noch wie Magie. Was für Möglichkeiten das Theremin zeitgenössischen Komponisten bieten kann, beweist u.a. eine Duo-Sonate von Christopher Tarnow.

Im Anschluss kommt die Wellenfeldsynthese zum Einsatz, die auch als Dauer-Installation auf dem Festivalgelände zu erleben ist und Schallquellen mit Hilfe von mehreren Hundert Lautsprechern im Raum simuliert.

Veranstaltungsdetails

ePhil unplugged: Seit drei Jahren läuft ePhil, die Reihe für aktuelle elektronische Musik. »Unplugged« wirft sie einen konzertanten Blick in die Pionierzeit elektronischer Musikinstrumente.

Carolina Eyck zählt zu den weltweit besten und gefragtesten Interpreten auf dem Theremin. Nach ihrem Solistendebüt 2002 in der Berliner Philharmonie folgten zahlreiche Einladungen ins In- und Ausland und Engagements mit u.a. Heinz Holliger, Robert Kolinsky, Gerhard Oppitz, Andrey Boreyko, Michael Sanderling, Gürer Aykal, John Storgårds, dem Rundfunksinfonieorchester Berlin, dem Berner Symphonie-Orchester, den Essener Philharmonikern, dem Lapland Chamber Orchestra und dem Mozarteumorchester Salzburg zusammen. Mit Lera Auerbachs »Die kleine Meerjungfrau« gastierte sie in Japan und San Francisco. 2012 spielte sie das Theremin-Solo bei der Welturaufführung von Fazil Says Symphonien »Mesopotamia« und »Universe«. Im Oktober 2012 spielte sie die Uraufführung des ihr gewidmeten Theremin-Konzerts von Kalevi Aho. Neben ihrem Engagement im Bereich der Klassik und der Neuen Musik hat Carolina Eyck eine Leidenschaft für Improvisation und schreibt eigene Kompositionen. 2006 gewann sie den internationalen Komponistenwettbewerb des Rundfunks BerlinBrandenburg. Gemeinsam mit ihrem Duopartner, dem Jazz-Gitarristen Vinzenz Wieg, macht sie sich auf die Suche nach immer neuen unkonventionellen Spieltechniken und neuartigen Klängen. Carolina Eyck hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Erfahrung auf dem Theremin weiterzugeben und veröffentlichte daher das erste umfangreiche Lehrbuch für das Theremin »The Art of Playing the Theremin«. Seit 2010 ist sie die künstlerische Leiterin der Theremin Summer Academy in Colmar, Frankreich.

Das 1919 vom russischen Physiker Lew Termen erfundene Theremin gilt als das einzige Musikinstrument, das berührungslos gespielt wird und dabei direkt Töne erzeugt. Beim Theremin beeinflusst die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers ein elektromagnetisches Feld. Durch die Bewegung der Hände über zwei Elektroden lässt sich die Stärke der Klangveränderung steuern. Das Theremin als erstes Instrument, das elektronische Töne erzeugt, nimmt eine Pionierrolle im Instrumentenbau ein und gilt als Wegbereiter für später entwickelte Instrumente wie z.B. den Synthesizer. Zur Verwendung kommt es u.a. in der Neuen Musik, in Science-Fiction-Filmen sowie in experimenteller Pop-Musik.

Carolina Eyck (c) Christian Hueller

Carolina Eyck (c) Christian Hueller

Eyck/Tarnow (c) Christian Hueller

Eyck/Tarnow (c) Christian Hueller

Eyck/Wieg (c) Christian Hueller

Eyck/Wieg (c) Christian Hueller

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