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Freitag, 15. November

19 Uhr/K2
  Georg Friedrich Haas  
JACK Quartet

JACK Quartet
Ari Streisfeld Violine
Christopher Otto Violine
John Pickford Richards Viola
Kevin McFarland Violoncello

Georg Friedrich Haas: »In iij Noct.« Streichquartett Nr. 3

Das Konzert findet in vollständiger Dunkelheit statt.

Neue Musik erblüht auch im Dunkeln. Das Streichquartett »In iij Noct.«, das die Residenz des österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas eröffnet, wird in vollkommener Finsternis aufgeführt. Weder können die Spieler sich sehen, noch gibt es einen vollständig fixierten Notentext. Die Partitur bezeichnet der Komponist als Einladung, sich »nur mit dem Klang der Instrumente zu verständigen«. Eine große Herausforderung für die furiosen Musiker vom JACK Quartet, die als Shooting Stars der Szene gelten. In totaler Nacht sind Spieler und Publikum buchstäblich ganz Ohr.

Veranstaltungsdetails

»Ich habe kein Vertrauen in Beziehungen, die sich nur durch den Notentext und nicht durch die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung erschließen.« Bei allen Kontrasten, die man in der Musik des 1953 geborenen und preisgekrönten österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas ausmachen kann, gibt es eine Klammer, die sein kompositorisches Denken bestimmt: Der sinnliche Reiz des lebendigen Instrumentalklangs steht stets im Mittelpunkt. Seine mikrotonale Komposition »limited approximations« etwa verwendet sechs Klaviere, gestimmt im Zwölfteltonabstand. Das klangliche Resultat: reizvolle Schwebungen, die sich wie Gewitterwolken zusammenballen und über dem Hörer entladen können. Georg Friedrich Haas wurde mit zahlreichen Kompositionspreisen sowie 2007 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet und zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten.

Das amerikanische JACK Quartet, bestehend aus Ari Streisfeld (Violine), Christopher Otto (Violine), John Pickford (Viola) und Kevin McFarland (Violoncello), ist Träger des Trailblazer Award 2013 der Initiative New Music USA und machte mit Auftritten u.a. in der New Yorker Carnegie Hall, der Londoner Wigmore Hall oder der Suntory Hall in Tokio auf sich aufmerksam. Die vier Streicher lernten sich an der Eastman School of Music kennen und studierten dort mit dem Arditti Quartet, dem Kronos Quartet, dem Muir String Quartet sowie Mitgliedern des Ensemble InterContemporain. Das JACK Quartet hat sich der Aufführung neuer Werke verschrieben und arbeitet mit Komponisten wie James Dillon, Beat Furrer, Vijay Iyer, György Kurtág, Helmut Lachenmann, Steve Reich, Wolfgang Rihm und Salvatore Sciarrino zusammen. Aktuelle Projekte widmen sich Werken von Wolfgang von Schweinitz, Toby Twining, Georg Friedrich Haas, Simon Holt, Kevin Ernste und Simon Bainbridge. Darüber hinaus gibt das Quartett Workshops für junge Musiker und Komponisten u.a. an den Universitäten in Princeton, Yale, Harvard und Manhattan sowie bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt.

JACK Quartet (c) Henrik Olund

JACK Quartet (c) Henrik Olund

20:30 Uhr/P1
  LOCAL HEROES  
Decoder Ensemble

Decoder Ensemble
Barbara Lüneburg Violine
Frauke Aulbert Stimme
Carola Schaal Klarinette
Ninon Gloger Klavier
Sonja Lena Schmid Violoncello
Martin Posegga Saxofon
Leopold Hurt E-Zither
Jonathan Shapiro Schlagzeug
Andrej Koroliov Klavier, Keyboard
John Eckhardt Kontrabass
Alexander Schubert Klangregie

»Nordlichter«
Burkhard Friedrich: Flug P
Alexander Schubert: Superimpose V – »Sugar, Maths and Whips«
Leopold Hurt: Fred Ott’s Sneeze
Andrej Koroliov: like my domination (die gelehrigen körper)
Jorge Sánchez-Chiong: asesino sin razón

Eine neue Form des Konzerterlebnisses bietet auch das Decoder Ensemble. Eine »Band für aktuelle Musik« nennen sich die Hamburger Musiker und Komponisten. Der Name ist Programm, das Line-up mit einer Sängerin als Frontfrau und einem Sounddesigner am Mischpult erinnert mehr an Rock/Pop als an Klassik. Bevorzugter Auftrittsort der experimentierfreudigen Truppe sind denn auch die Clubs der Szene und nicht die Musentempel der Hochkultur.

Konzert des Deutschen Musikrats - zeitgenössische Musik

Veranstaltungsdetails

Local Heroes: Die Hamburger Szene lebt! In diesem Format präsentieren sich Komponisten und Klangkünstler, Musiker und Performer.

Das Decoder Ensemble, eine »Band« für aktuelle Musik, präsentiert ein weites Spektrum internationaler Klangkunst, von experimenteller Instrumentalmusik über Elektronik bis hin zu musikalischer Konzeptkunst. Die jungen, in Hamburg lebenden Musiker haben sich bereits als Solisten, Performer oder Komponisten einen Namen gemacht, und stellen seit 2011 ihr hohes künstlerisches Niveau im Team unter Beweis. Hierfür wird die Besetzung ständig erweitert und auch für ausgefallene Kombinationen offen gehalten. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit mit Komponisten der jüngsten Generation, denen eine professionelle Aufführungsplattform geboten wird. Dabei wird besonders auf außergewöhnliche Konzertorte, vorwiegend Clubs der lokalen elektronischen Musikszene Wert gelegt.

Decoder Ensemble

Decoder Ensemble

22 Uhr/KMH
  ePhil unplugged  
Plattenspieler & Wellenfeldsynthese

PRAESENZ
Richard Haynes Klarinette
Jan-Filip Ťupa Violoncello
Dirk Rothbrust Schlagwerk
Rie Watanabe Schlagwerk
Florian Zwissler Tontechnik

»Plattenspieler«
John Cage: Imaginary Landscape No. 1
Steve Reich: Pendulum Music
Alvin Lucier: In Memoriam Jon Higgins
Michael Gordon: Industry

»Wellenfeldsynthese«
Georg Hajdu: In ein anderes Blau
Johann Niegl: 4PoAS
Sascha Lemke: [Re: Re: Record a re:]
Erik Nyström: Lucent Voids

Klassiker der neuen Musik und Musik des 21. Jahrhunderts spielt das Ensemble PRAESENZ. John Cage lieferte 1939 ein erstes Modell dafür, wie Plattenspieler mit live gespielten Instrumenten verbunden werden können. Alvin Lucier und Michael Gordon traten dann jeder auf seine Weise in Cages Fußstapfen. Lucier verschmolz den Klang einer Klarinette mit dem eines Sinuswellen-Generators; Gordon bewies, dass ein verzerrtes Cello ebenso erregen kann wie die Gitarre von Jimi Hendrix.

Im Anschluss an das Konzert von PRAESENZ kommt eine Wellenfeldsynthese zum Einsatz, die auch als Dauer-Installation auf dem Festivalgelände zu erleben ist. Dolby Surround, 5.1 Sound – alles Kleinkram gegenüber der Möglichkeit, Schallquellen mit Hilfe von mehreren Hundert Lautsprechern realistisch im Raum zu simulieren. So erlebt das »Greatest Hits«-Publikum Musik von Georg Hajdu, Johann Niegl, Sascha Lemke und Erik Nystrom in schier ungeahnter Klangqualitat.

Veranstaltungsdetails

ePhil unplugged: Seit drei Jahren gibt es ePhil, die Reihe für aktuelle elektronische Musik im Körberforum. Mit »ePhil unplugged« wirft sie nun einen konzertanten Blick in die Pionierzeit  elektronischer Musikinstrumente.

PRAESENZ wurde 2007 gegründet. Der Name des Ensembles bezieht sich auf einen Ausspruch des Komponisten Bernd Alois Zimmermann, Präsenz sei »jene Gegenwart, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet«. So fokussieren sich die Musiker nicht nur auf die Erarbeitung anspruchsvoller neuer Werke, sondern auch auf die Wiederaufführung teils unbekannter Kompositionen. Die Ensemblemitglieder haben allesamt weitreichende Erfahrung als Solisten bei internationalen Festivals, als Gastpädagogen an verschiedenen Universitäten und in Konzerten mit renommierten Ensembles wie dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, dem Ensemble musikFabrik und oder dem ELISION Ensemble. Auftritte führten PRAESENZ u.a. ins ZKM Karlsruhe, ins Ballhaus Naunynstrase Berlin, in den Robert-Schumann-Saal Düsseldorf, in die Villa Musica Mainz sowie zum Contempuls Festival Prag.

Richard Haynes, Klarinette (c) Anja Tanner

Richard Haynes (c) Anja Tanner

Jan-Filip Ťupa, Violoncello (c) Monika Werneke

Jan-Filip Ťupa (c) Monika Werneke

Rie Watanabe, Schlagwerk

Rie Watanabe, Schlagwerk

Dirk Rothbrust (c) Brigitte Enguerand

Dirk Rothbrust (c) Brigitte Enguerand

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