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Donnerstag, 14. November

20 Uhr/K6
  MITMACHAKTION  
Mauricio Kagel: Eine Brise / flüchtige Aktion für 111 Radfahrer

Keine Vorkenntnisse erforderlich / Fahrrad mit Klingel muss mitgebracht werden.
Anmeldung unter kompass@elbphilharmonie.de

Neue Musik ist gesund, sie hält fit und fördert außerdem die charakterliche Reife. Mauricio Kagels Performance-Stück »Eine Brise« ist der Beweis: Laut Kagels Regieanweisungen formieren sich genau 111 Fahrradfahrer zu einem Korso – ausgeschlossen sind nur »Personen mit kindischem Benehmen«. Fünf verschiedene Klangaktionen, vom Klingeln übers Singen bis zum Pfeifen, müssen die Drahteselvirtuosen ausführen, während sie sich radelnd dem Publikum nähern, es passieren und wieder entschwinden. Wie ein Windhauch zieht der Klang vorüber, und kaum hat es begonnen, ist es auch schon vorbei.

Veranstaltungsdetails

Mitmachaktion: Zuhören ist gut, Mitmachen ist besser. Nach dieser Devise können Sie spontan bei zwei verblüffenden Werken von Ligeti und Kagel mitwirken.
anschließend
  ENSEMBLE – GESELLSCHAFT  
ensemble mosaik • ascolta • El Perro Andaluz

ensemble mosaik
Bettina Junge Flöte
Simon Strasser Oboe
Christian Vogel Klarinette
Martin Losert Saxofon
Chatschatur Kanajan Violine
Karen Lorenz Viola
Mathis Mayr Violoncello
Roland Neffe Schlagzeug
Ernst Surberg Klavier
Daniel Plewe Klangregie
Dirigent Eduardo Moguillansky

El Perro Andaluz
Letizia Turini Flöte
Albrecht Scharnweber Klarinette
Emily Yabe Violine
Jakob Andert Violoncello
Konrad Hartig Kontrabass
Seong-Ryeom Lee Schlagwerk
Torsten Reitz Klavier
Leitung Lennart Dohms

ascolta
Markus Schwind Trompete
Andrew Digby Posaune
Erik Borgir Violoncello
Jürgen Kruse Klavier
Josef Mücksch Gitarre
Martin Homann Schlagzeug
Boris Müller Schlagzeug
Elena Mendoza Lichtregie

»Forschung« (ensemble mosaik)
Eduardo Moguillansky: zähmungen #2 Bogenwechsel
Orm Finnendahl: Gegenüberstellung
Stefan Prins: Generation Kill Offspring

»LebenstRaum« (El Perro Andaluz)
Henrik Hellstenius: Hi-Ophelia
José María Sánchez-Verdú: Arquitecturas del limite
Manos Tsangaris: Vivarium

»Freiheit« (ascolta)
Francesco Filidei: I funerali dell’anarchico Serantini
Elena Mendoza: Fragmentos de teatro imaginario

Einen bleibenden Eindruck werden die drei Ensembles hinterlassen, die sich in der ersten Session von »Ensemble – Gesellschaft« vorstellen. Die »Erforschung und Weiterentwicklung« ästhetischer Konzepte ist das erklärte Ziel des ensemble mosaik. In Orm Finnendahls »Gegenüberstellung« etwa untersuchen die Berliner die Interaktion von Komponist, Ensemble und live-elektronischer Bearbeitung.
Das Stuttgarter Ensemble ascolta lotet in seinem Programm die Grenzen zwischen »szenisch« und »konzertant« aus. Echte Schauspielerqualitäten erfordert dabei Francesco Filideis »Begräbnis des Anarchisten Serantini«. Mit Mimik, Gesten und wütendem Tischgetrommel gedenken hier sechs Performer eines jungen, 1972 in einer Zelle zu Tode geprügelten Demonstranten.
Auch das Dresdener Ensemble El Perro Andaluz integriert die Szene ins Konzert. In der Performance »Vivarium – Reisen, Kochen, Zoo…« des Kölner Komponisten Manos Tsangaris muss der Dirigent sogar eine (besonders gestelzte) Begrüßungsrede halten.

Veranstaltungsdetails

Ensemble – Gesellschaft: Sechs deutsche Neue-Musik-Ensembles stellen sich – jeweils im Dreierpack – mit Programmphilosophien vor. In den Pausen stehen die Musiker zum persönlichen Gespräch bereit.

Die »Ensemble – Gesellschaft« ist ein Verbund von 6 Ensembles, die sich für Neue Musik einsetzen und diese pflegen. Wie ist Gegenwart in Musik zu hören? Wie gestalten Ensembles Gegenwart – und warum? Klingt die Musik von heute nur für Spezialisten? Diesen und anderen Fragen geht die »Ensemble – Gesellschaft« nach.  Zur »Ensemble – Gesellschaft« gehören:  Ensemble Resonanz (Hamburg), ensemble mosaik (Berlin), Das Neue Ensemble (Hannover), El Perro Andaluz (Dresden), ascolta (Stuttgart), ensemble recherche (Freiburg).

Das ensemble mosaik wurde 1997 gegründet und hat sich als besonders vielseitige und experimentierfreudige Formation zu einem der renommiertesten Ensembles für zeitgenössische Musik in Deutschland entwickelt. Sein Interesse gilt der Vielfalt ästhetischer Konzepte und Erscheinungsformen in der zeitgenössischen Musik, deren Erforschung und Weiterentwicklung. Besonderer Wert wird dabei auf die Zusammenarbeit mit jungen Komponisten und auf eine egalitäre Arbeitsweise gelegt. Viele Werke wurden für das ensemble mosaik geschrieben; über 150 Uraufführungen gehören bislang zu seinem Repertoire. Als Klangköper wirkte das ensemble mosaik bei etlichen zeitgenössischen Musiktheaterproduktionen mit, in denen die Arbeit mit elektronischen und visuellen Medien von besonderer Bedeutung war.

Das Stuttgarter Ensemble ascolta wurde 2003 von sieben Musikern gegründet. Die Stammbesetzung mit ihrer Konzentration auf Blech- und Schlaginstrumente beschreitet in der Ensemblelandschaft neue Wege. Mittlerweile sind über 100 neue Werke für ascolta entstanden. Die programmatische Spannweite des Ensembles reicht von der klassischen Moderne über theatralische Konzepte der Fluxus-Generation bis zum Grenzbereich zwischen Neuer Musik und Rock – etwa bei einem Projekt mit späten, experimentellen Stücken von Frank Zappa. In Zusammenarbeit mit ZDF/ARTE entstand ein Projekt, das künstlerische Stummfilme der 1920er und 30er Jahre mit neuen Kompositionen von Martin Smolka, Sven-Ingo Koch, Olga Neuwirth u.v.a. kombiniert, und das seither ständig weiter entwickelt und international aufgeführt wird. 2013 entwickelte das Ensemble zusammen mit Simon Steen-Andersen dessen multimediales Klangtheater »Inszenierte Nacht – Lesung nach den Buchstaben der Klassiker«, das derzeit in Huddersfield, Berlin und Amsterdam aufgeführt wird.

Das Dresdner Ensemble El Perro Andaluz, das 2007 aus einer Projektwoche mit Brian Ferneyhough hervorging, entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem avancierten Klangkörper für zeitgeössische Musik. Die Zusammenarbeit mit Komponisten wie Lachenmann, Saunders, Tarnopolski, Hellstenius, Katzer oder Zender prägen das Ensemble ebenso wie das Bestreben neue Werke junger Komponisten aufzuführen. Zu den Aktivitäten gehören theatrale Performances und musikpädagogische Projekte genauso wie klassische Konzertformen. 2011 erhielt das Ensemble den Kulturförderpreis der Stadt Dresden. 2012 war El Perro Andaluz Ensemble in Residence der Kompositionsabteilung des Mozarteum Salzburg, war eines der fünf geladenen Ensembles im Rahmen des boost-Programms der Darmstädter Ferienkurse und reiste zu Auftritten nach Spanien, England und Zypern.

ensemble mosaik (c) Sandra Schuck

ensemble mosaik (c) Sandra Schuck

ascolta (c) Astrid Karger

ascolta (c) Astrid Karger

El Perro Andaluz (c) Daniel Pufe

El Perro Andaluz (c) Daniel Pufe

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