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Künstler und Komponisten

ascolta
Das Stuttgarter Ensemble ascolta wurde 2003 von sieben Musikern gegründet. Die Stammbesetzung mit ihrer Konzentration auf Blech- und Schlaginstrumente beschreitet in der Ensemblelandschaft neue Wege. Mittlerweile sind über 100 neue Werke für ascolta entstanden. Die programmatische Spannweite des Ensembles reicht von der klassischen Moderne über theatralische Konzepte der Fluxus-Generation bis zum Grenzbereich zwischen Neuer Musik und Rock – etwa bei einem Projekt mit späten, experimentellen Stücken von Frank Zappa. In Zusammenarbeit mit ZDF/ARTE entstand ein Projekt, das künstlerische Stummfilme der 1920er und 30er Jahre mit neuen Kompositionen von Martin Smolka, Sven-Ingo Koch, Olga Neuwirth u.v.a. kombiniert, und das seither ständig weiter entwickelt und international aufgeführt wird. 2013 entwickelte das Ensemble zusammen mit Simon Steen-Andersen dessen multimediales Klangtheater »Inszenierte Nacht – Lesung nach den Buchstaben der Klassiker«, das derzeit in Huddersfield, Berlin und Amsterdam aufgeführt wird.

Decoder Ensemble
Das Decoder Ensemble, eine »Band« für aktuelle Musik, präsentiert ein weites Spektrum internationaler Klangkunst, von experimenteller Instrumentalmusik über Elektronik bis hin zu musikalischer Konzeptkunst. Die jungen, in Hamburg lebenden Musiker haben sich bereits als Solisten, Performer oder Komponisten einen Namen gemacht, und stellen seit 2011 ihr hohes künstlerisches Niveau im Team unter Beweis. Hierfür wird die Besetzung ständig erweitert und auch für ausgefallene Kombinationen offen gehalten. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit mit Komponisten der jüngsten Generation, denen eine professionelle Aufführungsplattform geboten wird. Dabei wird besonders auf außergewöhnliche Konzertorte, vorwiegend Clubs der lokalen elektronischen Musikszene Wert gelegt.

El Perro Andaluz
Das Dresdner Ensemble El Perro Andaluz, das 2007 aus einer Projektwoche mit Brian Ferneyhough hervorging, entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem avancierten Klangkörper für zeitgeössische Musik. Die Zusammenarbeit mit Komponisten wie Lachenmann, Saunders, Tarnopolski, Hellstenius, Katzer oder Zender prägen das Ensemble ebenso wie das Bestreben neue Werke junger Komponisten aufzuführen. Zu den Aktivitäten gehören theatrale Performances und musikpädagogische Projekte genauso wie klassische Konzertformen. 2011 erhielt das Ensemble den Kulturförderpreis der Stadt Dresden. 2012 war El Perro Andaluz Ensemble in Residence der Kompositionsabteilung des Mozarteum Salzburg, war eines der fünf geladenen Ensembles im Rahmen des boost-Programms der Darmstädter Ferienkurse und reiste zu Auftritten nach Spanien, England und Zypern.

ensemble mosaik
Das ensemble mosaik wurde 1997 gegründet und hat sich als besonders vielseitige und experimentierfreudige Formation zu einem der renommiertesten Ensembles für zeitgenössische Musik in Deutschland entwickelt. Sein Interesse gilt der Vielfalt ästhetischer Konzepte und Erscheinungsformen in der zeitgenössischen Musik, deren Erforschung und Weiterentwicklung. Besonderer Wert wird dabei auf die Zusammenarbeit mit jungen Komponisten und auf eine egalitäre Arbeitsweise gelegt. Viele Werke wurden für das ensemble mosaik geschrieben; über 150 Uraufführungen gehören bislang zu seinem Repertoire. Als Klangköper wirkte das ensemble mosaik bei etlichen zeitgenössischen Musiktheaterproduktionen mit, in denen die Arbeit mit elektronischen und visuellen Medien von besonderer Bedeutung war.

ensemble recherche
Das ensemble recherche macht Musikgeschichte: mit über 500 Uraufführungen seit der Gründung 1985 hat das Ensemble die Entwicklung der zeitgenössischen Kammer- und Ensemblemusik entscheidend mitgestaltet. Impulse setzen das Ensemble mit Konzerten, Musiktheater, Kursen für Komponisten und Instrumentalisten, Produktionen zum Hören und Sehen, mit Kinder- und Jugendklangprojekten, der »Klangpost« und der gemeinsam mit dem Freiburger Barockorchester veranstalteten Ensemble-Akademie Freiburg. Das neunköpfige Solistenensemble bestimmt mit seiner eigenen dramaturgischen Linie das internationale Musikleben mit. Im Repertoire sind Klassiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Impressionisten wie Expressionisten, Komponisten der Zweiten Wiener und der Darmstädter Schule, Spektralisten und experimentierfreudige Avantgardisten der Gegenwartskunst.

Ensemble Resonanz
Das Hamburger Ensemble Resonanz spannt den Bogen von Tradition zu Gegenwart und sucht den Kontrast und die Verbindung zwischen alten und zeitgenössischen Meistern. Mit Spielfreude und auf höchstem musikalischen Niveau widmet sich das Ensemble der Entwicklung neuen Streicherrepertoires und der eigenen und zeitgemäßen Interpretation großer Meister. So bildet das Ensemble die Schnittstelle zwischen Kammerorchester und Solistenensemble und ist auf den Bühnen der führenden europäischen Konzerthäuser ebenso vertreten wie auf Festivals für Neue Musik. Auf Konzertreisen nach Wien, Salzburg, Paris, Venedig, Amsterdam sowie von Indien über New York bis nach Mexiko lässt es ein begeistertes internationales Publikum zurück. Nach der intensiven Zusammenarbeit mit dem Ausnahmecellisten Jean-Guihen Queyras von 2010-2013 als Artist in Residence führt zur Saison 2013/2014 Tabea Zimmermann die Residency beim Ensemble Resonanz mit zahlreichen gemeinsamen Einstudierungen und Konzerten fort. Weitere Partner des Ensembles sind nicht nur namhafte Solisten und Dirigenten, sondern auch Medienkünstler, Regisseure sowie darstellende und bildende Künstler. In den letzten Jahren waren dies u.a. Beat Furrer, Fazil Say, Imre Kertész, Matthias Goerne, Roger Willemsen, Peter Rundel, Helmut Lachenmann, Rebecca Saunders, Reinhard Goebel und der RIAS Kammerchor.

Eyck, Carolina
Carolina Eyck zählt zu den weltweit besten und gefragtesten Interpreten auf dem Theremin. Nach ihrem Solistendebüt 2002 in der Berliner Philharmonie folgten zahlreiche Einladungen ins In- und Ausland und Engagements mit u.a. Heinz Holliger, Robert Kolinsky, Gerhard Oppitz, Andrey Boreyko, Michael Sanderling, Gürer Aykal, John Storgårds, dem Rundfunksinfonieorchester Berlin, dem Berner Symphonie-Orchester, den Essener Philharmonikern, dem Lapland Chamber Orchestra und dem Mozarteumorchester Salzburg zusammen. Mit Lera Auerbachs »Die kleine Meerjungfrau« gastierte sie in Japan und San Francisco. 2012 spielte sie das Theremin-Solo bei der Welturaufführung von Fazil Says Symphonien »Mesopotamia« und »Universe«. Im Oktober 2012 spielte sie die Uraufführung des ihr gewidmeten Theremin-Konzerts von Kalevi Aho. Neben ihrem Engagement im Bereich der Klassik und der Neuen Musik hat Carolina Eyck eine Leidenschaft für Improvisation und schreibt eigene Kompositionen. 2006 gewann sie den internationalen Komponistenwettbewerb des Rundfunks BerlinBrandenburg. Gemeinsam mit ihrem Duopartner, dem Jazz-Gitarristen Vinzenz Wieg, macht sie sich auf die Suche nach immer neuen unkonventionellen Spieltechniken und neuartigen Klängen. Carolina Eyck hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Erfahrung auf dem Theremin weiterzugeben und veröffentlichte daher das erste umfangreiche Lehrbuch für das Theremin »The Art of Playing the Theremin«. Seit 2010 ist sie die künstlerische Leiterin der Theremin Summer Academy in Colmar, Frankreich.

Forget, Nathalie
Nathalie Forget, Gewinnerin des ersten Preises für Ondes Martenot am Konservatorium in Paris, war mit diesem außergewöhnlichen Instrument bei zahlreichen renommierten Festivals und Veranstaltungen zu Gast, darunter die BBC Proms, das Kuhmo Chamber Music Festival in Finnland, das Festival Messiaen au pays de La Meije, das Holland Festival, die Biennale in Bern und das Paris Autumn Festival. Sie tritt in unterschiedlichsten Formationen auf, u.a. im Ondes Martenot-Sextett, im Duo mit dem Pianisten Matthew Schellhorn (Wavetrain), aber auch mit Orchesterbegleitung unter Dirigenten wie Peter Rundel, Ilan Volkov, Hans Zender, Sylvain Cambreling, Reinbert de Leeuw, Pierre Boulez und Myung-Whun Chung. Sie arbeitet mit dem Ensemble Itineraire, der London Sinfonietta, dem NDR Sinfonieorchester, dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, dem Orchester und Chor der Lissaboner Gulbenkian Foundation und dem BBC Scottish Symphony Orchestra zusammen. Nach Beendigung ihres Masters in Musikphilosophie schreibt sie aktuell ihre Doktorarbeit im Fach Kunst. Parallel arbeitet sie an verschiedenen künstlerischen Projekten zum Thema Utopie, die das Ondes Martenot mit Fotografie, Performance und Installationskunst verbinden. Bei ihrem »Greatest Hits«-Abschlusskonzert mit Werken von Michael Levinas, Judith Ring, Edgard Varese, Olivier Messiaen und anderen wird Nathalie Forget am Klavier von Fuminori Tanada begleitet. Der japanische Komponist und Pianist wurde 1961 in Okoyama geboren und ist – neben seiner regen Kompositionstätigkeit u.a. für Solisten der Berliner Philharmoniker, auch Mitglied des Ensemble Itineraire.

Friedrich, Burkhard
Burkhard Friedrich studierte Komposition und Musikpädagogik in Lübeck und Stuttgart sowie klassisches Saxophon in Berlin. Seine experimentellen Musiktheater und Konzertinstallationen wurden und werden auf Festivals in Berlin, Hamburg, Wien, u.a. aufgeführt, seine Kammermusikwerke finden sich im Repertoire bekannter Ensembles, wie beispielsweise dem »RADAR-Ensemble«, »Ensemble Decoder« oder »Phoenix«. Burkhard Friedrich ist Gründer des »ensemble Intègrales« und war zwischen 1994 und 2011 Künstlerischer Leiter und Saxophonist des Ensembles. Seit 2000 ist Friedrich Künstlerischer Leiter des Kompositionsprojektes »Klangradar 3000« und hält Seminare und Workshops zum Thema »Kompositionspädagogik« auf internationalen Kongressen wie beispielsweise dem 12. »World Congress« der »International Society for Music Education« 2014 in Brasilien oder »MusicLearningLive!Asia« 2013 in Singapur.

Haas, Georg Friedrich
Georg Friedrich Haas wurde 1953 in Graz / Österreich geboren. Er wuchs in Latschau (Vorarlberg) auf, kehrte nach Studien der Naturwissenschaften nach Graz zurück und studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Komposition, Klavier und Musikpädagogik. 1978 begann er an der Grazer Musikhochschule zu unterrichten. Zwischen 1981 und 1983 führte ihn ein Postgraduiertenstudium bei Friedrich Cerha, der ihn 2007 für den Österreichischen Staatspreis vorschlug, nach Wien. Wichtige Stationen von Haas’ Karriere waren die Bregenzer und die Schwetzinger Festspiele sowie die Donaueschinger Musiktage. So wurden seine Opern »Nacht« (1998) und »Die schöne Wunde« (2003) in Bregenz uraufgeführt, die Werke »Hyperion«, »Natures mortes« und »limited approximations« in Donaueschingen. Seine Opern »Bluthaus« (2011) und »Thomas« (2013) erblickten in Schwetzingen das Licht der Welt. Georg Friedrich Haas widmet sich der Komposition in »Mikrotönen«. Sein Stück »limited approximations« etwa verwendet sechs Klaviere, gestimmt im Zwölfteltonabstand. Die Uraufführung 2010 war »nicht nur eine Sensation, sondern eine jener halben Stunden, in denen Musikgeschichte geschrieben wurde« (Die Zeit). Neben der kompositorischen Arbeit steht für Haas auch die Lehre im Zentrum seiner Arbeit. Ab September 2013 ist er Professor für Komposition an der Columbia University New York. Zuletzt bekam er den mit 60.000 Euro dotierten Musikpreis Salzburg.

JACK Quartet
Das amerikanische Streichquartett, bestehend aus Ari Streisfeld (Violine), Christopher Otto (Violine), John Pickford (Viola) und Kevin McFarland (Violoncello), ist Träger des Trailblazer Award 2013 der Initiative New Music USA und machte mit Auftritten u.a. in der New Yorker Carnegie Hall, der Londoner Wigmore Hall oder der Suntory Hall in Tokio auf sich aufmerksam. Die vier Streicher lernten sich an der Eastman School of Music kennen und studierten dort mit dem Arditti Quartet, dem Kronos Quartet, dem Muir String Quartet sowie Mitgliedern des Ensemble InterContemporain. Das JACK Quartet hat sich der Aufführung neuer Werke verschrieben und arbeitet mit Komponisten wie James Dillon, Beat Furrer, Vijay Iyer, György Kurtág, Helmut Lachenmann, Steve Reich, Wolfgang Rihm und Salvatore Sciarrino zusammen. Aktuelle Projekte widmen sich Werken von Wolfgang von Schweinitz, Toby Twining, Georg Friedrich Haas, Simon Holt, Kevin Ernste und Simon Bainbridge. Darüber hinaus gibt das Quartett Workshops für junge Musiker und Komponisten u.a. an den Universitäten in Princeton, Yale, Harvard und Manhattan sowie bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt.

Das Neue Ensemble
Das Neue Ensemble wurde 1993 von seinen Mitgliedern um den künstlerischen Leiter Stephan Meier gegründet. Seitdem haben sich die Hannoveraner einen Platz unter den international erfolgreichen Ensembles für zeitgenössische Musik erobert. So verbanden die »Gelben Klänge« im Sprengel Museum Hannover Musik und Bildende Künste, zur »Moonlight Serenade« erklangen Sternenkompositionen unter freiem Himmel, und ihr »DaDaBus« fuhr auf den Spuren von Kurt Schwitters. Auch mit Programmen für Kinder begeisterten sie neue Hörer. Ihre Abonnementreihe Mobile Musik hat sich ein breites Stammpublikum gewonnen. Das Neue Ensemble war u.a. Teilnehmer der Weltmusiktage, des Kulturprogramms des Deutschen Pavillons auf der Expo 2000 und zu Gast in Hamburg, München, Köln, Amsterdam, Riga und Krakau. Im Auftrag des WDR, des NDR, des br und des ORB hat es Produktionen für Rundfunk und CD eingespielt, und mit Komponisten wie Caspar Johannes Walter, Earle Brown, Wolfgang Rihm, Richard Rijnvos, Gijsbrecht Royé, Johannes Schöllhorn und Mark André zusammengearbeitet. Das Neue Ensemble hat zudem langjährige Erfahrung mit Gemeinschafts-Produktionen; 2003 tourte sein »Ensemble-Spiel« mit Nieuw Ensemble, Contrechamps und Muzyka Centrum durch Europa. Ab 2006 war es treibende Kraft für Musik 21 Niedersachsen. Zu seinem 20jährigen Jubiläum im August 2013 erschien die Buchveröffentlichung »Musik für heute« mit Beiträgen von Pierre Boulez, Wolfgang Rihm u. a. bei Wallstein in Göttingen.

PRAESENZ
PRAESENZ wurde 2007 gegründet. Der Name des Ensembles bezieht sich auf einen Ausspruch des Komponisten Bernd Alois Zimmermann, Präsenz sei »jene Gegenwart, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet«. So fokussieren sich die Musiker nicht nur auf die Erarbeitung anspruchsvoller neuer Werke, sondern auch auf die Wiederaufführung teils unbekannter Kompositionen. Die Ensemblemitglieder haben allesamt weitreichende Erfahrung als Solisten bei internationalen Festivals, als Gastpädagogen an verschiedenen Universitäten und in Konzerten mit renommierten Ensembles wie dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, dem Ensemble musikFabrik und oder dem ELISION Ensemble. Auftritte führten PRAESENZ u.a. ins ZKM Karlsruhe, ins Ballhaus Naunynstrase Berlin, in den Robert-Schumann-Saal Düsseldorf, in die Villa Musica Mainz sowie zum Contempuls Festival Prag.

Roth, François-Xavier
François-Xavier Roth ist einer der charismatischsten und wagemutigsten Dirigenten seiner Generation. Den Posten des Chefdirigenten beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg übernahm er mit seinem Debüt bei den Donaueschinger Musiktagen 2011 und einem Konzert mit Werken von Webern, Boulez und Mahler im Freiburger Konzerthaus. Er ist außerdem fester Gastdirigent des BBC National Orchestra of Wales. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem London Symphony Orchestra und dem Ensemble InterContemporain. Sein Repertoire reicht von der Musik des 17. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischen Werken. Im Jahr 2003 gründete Roth das Orchester »Les Siècles«, das sowohl auf neuen wie auf alten Instrumenten kontrastreiche Programme aufführt. Höhepunkte in Roths Karriere waren unter anderem Konzerte mit dem London Symphony Orchestra, dem Rotterdams Philharmonisch Orkest, dem Ensemble InterContemporain, dem Finnish Radio Symphony Orchestra, dem Gulbenkian Orchestra und dem Münchener Kammerorchester sowie eine Japantournee mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg.

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg gibt immer neuen Bewegungen, Gästen und Musikstücken Raum: 2010/11, die Abschiedssaison des langjährigen Chefdirigenten Sylvain Cambreling, gipfelte in einem Gastspiel am Madrider Teatro Real in der Inszenierung von Olivier Messiaens Oper »Saint François d’Assise«. Für internationales Aufsehen sorgte die Donaueschinger Uraufführung von Georg Friedrich Haas’ »limited approximations«. Seit ihrer Neu-Gründung im Jahr 1950 sind die Donaueschinger Musiktage und das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg untrennbar miteinander verbunden. Etwa 400 Kompositionen wurden dort durch das Orchester uraufgeführt. Im Zentrum der europäischen Kultur steht das Orchester jedoch nicht nur in Bezug auf die zeitgenössische Musik. Seit seiner Gründung 1946 ist das SWR Sinfonieorchester Anziehungspunkt für internationale Dirigenten und Solisten und auch musikalischer Botschafter im In- und Ausland, zwischen Salzburg und Luzern, Hamburg und Madrid, Berlin und New York. Über 600 Werke aus drei Jahrhunderten hat das SWR Sinfonieorchester  eingespielt. Motoren dieser vielfältigen Aktivitäten waren und sind die profilierten Chefdirigenten von Hans Rosbaud über Ernest Bour und Michael Gielen bis zu Sylvain Cambreling und François-Xavier Roth, der das Orchester seit September 2011 leitet.

Tarnow, Christopher
Christopher Tarnow wurde 1984 in Frankfurt am Main geboren und schloss sein Studium zum Diplom-Tonmeister an der Hochschule für Musik in Detmold ab. Seine pianistische Ausbildung erhielt er bei Matthias Petersen und Nerine Barrett. Seit 2008 ist er Tonmeister beim Leipziger Klassiklabel Genuin. Außerdem übernahm er Produktionen, Mitschnitte und Liveübertragungen für verschiedene Labels und Rundfunkanstalten in Deutschland und im europäischen Ausland (u.a. mit Adrian Brendel, Kit Armstrong, Johannes Martin Kränzle, Staatskapelle Halle u.a.). Tarnow arbeitete er als Toningenieur bei Computerspiel- und Filmmusikproduktionen z.B. für das ZDF, RTL und Microsoft, u.a. mit der Weimarer Staatskapelle und Prag Filmharmonic. 2010-2013 ergänzt er seine Ausbildung mit einem Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig bei Reinhard Pfundt. Eine Nominierung erhielt in der Kategorie »Producer of the Year« bei den Icelandic Music Awards 2012 für die Produktion von Schuberts »Die Winterreise« mit Vikingur Olafsson und Kristinn Sigmundsson in Reykjavik.

Weinzierl, Stefan
Stefan Weinzierl denkt ungern in Schubladen. So sucht der Schlagzeuger und Multi-Perkussionist stets nach spannenden Herausforderungen jenseits aller Gattungs- und Genregrenzen. Mit der Aufnahme seines künstlerischen Schlagzeugstudiums an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Master of Music 2010) begann er, sich vertieft der Schlagzeug-Sololiteratur und der zeitgenössischen Kammermusik zu widmen. Insbesondere multimediale Kompositionen und Klangkonzepte sollten zunehmend zum Herzstück seiner künstlerischen Laufbahn werden. Auf der Suche nach neuen musikalischen Ausdrucksformen entwickelte er in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Komponisten neue Konzertformate, die das Interesse von nationalen und internationalen Musikfestivals weckten.  So gastierte er u.a. bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, auf dem enter 4th festival Prag, dem Festival international des musiques d’aujourd’hui Strasbourg, dem next generation Festival (Karlsruhe), der NIME 2011 in Oslo und spielte regelmäßig auf den Hamburger Klangwerktagen. Das Projekt »Der Hexenkessel« führte ihn 2011 auf die Guthman Musical Instrument Competition nach Atlanta, USA. Die Performance »Licht und Hiebe« (Jacob Sello) wurde mit dem Jury-Sonderpreis ausgezeichnet. Stefan Weinzierl ist ein gefragter Dozent für Schlagzeug-, Perkussions- und musikpädagogische Workshops und Projekte. Er arbeitete zuletzt mit dem Kulturforum 21 zusammen und ist Dozent bei BeatObsession, einem  Musikvermittlungsprojekt der Elbphilharmonie.

Wieg, Vinzenz
Vinzenz Wieg wurde 1980 in Halle/Saale geboren und spielt seit seinem 15. Lebensjahr Gitarre. Über die Beschäftigung mit Blues und Rock, Klezmer, Funk, Hip Hop bis hin zu elektronischer Musik kam er zum Jazz. Er studierte Jazzgitarre an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und am Koninklijk Conservatorium Brussel, u.a. bei Werner Neumann, Johannes Enders, Richie Beirach, Diederik Wissels und Kris Defoort. Er ist in verschiedenen Formationen und eigenen Projekten tätig, für die er auch komponiert und wurde bereits mehrfach für Produktionen an großen deutschsprachigen Theatern engagiert. Mit seinem Quartett »EinsDreiZweiVier« war er 2009 Finalist bei der Gent Young Jazztalent Competition. Er ist Stipendiat des »MENTOSA«-Graduiertenförderprogramms des Freistaates Sachsen. Zahlreiche Konzerte führten ihn bereits durch ganz Deutschland, sowie Belgien, Ungarn, Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Kanada.

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